Die Londoner Fettberg-Krise hat sich in den vergangenen sechs Monaten dramatisch verschärft. Zwischen Oktober 2025 und März 2026 entfernte Thames Water drei separate Fettberge aus den Kanälen unter der Hauptstadt – jeder eine erstarrte Masse aus Speisefett und Fett sowie Feuchttüchern, die sich zu einer kanalverstopfenden Wand verfestigt hatte. Der erste, ein 100 Tonnen schwerer, 125 Meter langer Block im Stadtteil Feltham, benötigte über einen Monat, um herausgemeißelt und gesprengt zu werden[s]. Im Dezember stießen Ingenieure in Whitechapel auf einen zweiten 100-Tonnen-Klumpen, der als „Enkelkind“ des rekordverdächtigen 130-Tonnen-Fettbergs bezeichnet wurde, der 2017 im selben Viertel entdeckt worden war[s][s]. Im Februar 2026 folgte dann eine 500 Meter lange Wand aus erstarrtem Fett nahe dem Terminal 5 des Flughafens Heathrow, die fast einen halben Kilometer Rohrleitung verstopfte[s]. Drei Vorfälle in sechs Monaten deuten darauf hin, dass sich die Londoner Fettberg-Krise beschleunigt – statt sich zu stabilisieren.
Was die Londoner Fettberg-Krise antreibt
Die Londoner Fettberg-Krise hat eine einfache chemische Ursache. Fette, Öle und Speisereste, die in Küchenspülen entsorgt werden, kühlen in den Abwasserrohren ab und verfestigen sich. Dort verbinden sie sich mit nicht spülbaren Gegenständen – vor allem Feuchttüchern – zu steinharten Massen, die Ingenieure mit dem Aufbrechen von Beton vergleichen[s]. Eine Umfrage von Thames Water ergab, dass über 40 Prozent der Befragten Fleischsaft in den Ausguss geschüttet hatten, 39 Prozent Bratensoße und 18 Prozent tierische Fette wie Schmalz[s]. Feuchttücher verschärfen das Problem: Thames Water entfernt jährlich 3,8 Milliarden Tücher aus seinem Netz – zu Kosten von 18 Millionen Pfund[s]. Die veraltete Infrastruktur vertieft die Londoner Fettberg-Krise zusätzlich. Die viktorianischen Kanäle machen die Stadt besonders anfällig, da die älteren, engeren Rohre Fettablagerungen schneller einfangen als moderne Systeme[s].
Die Kosten der Londoner Fettberg-Krise
Die Londoner Fettberg-Krise hat einen hohen Preis – und diese Kosten steigen weiter an. Im Netz von Thames Water sind fettbedingte Verstopfungen für 28 Prozent aller Kanalblockaden verantwortlich und lösen über 60 Prozent der Abwasserüberflutungen aus[s]. Das Unternehmen beseitigt jährlich 75.000 Verstopfungen[s], wobei allein die fettbedingten Blockaden rund 40 Millionen Pfund pro Jahr kosten[s]. In den Spitzenmonaten Dezember und Januar, wenn durch Festtagsbräuche mehr Fett entsorgt wird, steigen die Beseitigungskosten auf 2,1 Millionen Pfund[s]. Wenn lokale Rohre – oft schmaler als ein Mobiltelefon – verstopfen, dringt Abwasser in Straßen, Flüsse und Häuser zurück[s]. Diese Kosten werden auf die Rechnungen der Kunden umgelegt. Allein der Fettberg von Whitechapel aus dem Jahr 2017 kostete 220.000 Pfund für die Entfernung[s]. Die jüngste Beseitigung bei Heathrow, die deutlich größer ausfiel, dauerte über zwei Wochen. Jeder Vorfall zeigt, wie die Londoner Fettberg-Krise die Bemühungen zur Beseitigung übertrifft und die finanziellen Belastungen für die Bevölkerung weiter erhöht.
Regulatorische Maßnahmen könnten der Londoner Fettberg-Krise teilweise Abhilfe schaffen. Die britische Regierung kündigte 2025 ein Gesetz an, das Feuchttücher mit Plastikanteilen verbietet – ein Schritt, den Thames Water öffentlich begrüßte[s]. Ob diese Maßnahme allein die Londoner Fettberg-Krise eindämmen kann, bleibt jedoch ungewiss. Feuchttücher sind nur die Hälfte des Problems; die andere Hälfte liegt in jeder Küche. Thames Water hat 20.000 Kanalüberwachungssensoren zur Früherkennung von Verstopfungen installiert und führt die Kampagne „Entsorgen Sie es im Müll, nicht im Abfluss“ durch, die die Bürger dazu auffordert, nur „die drei P: Pipi, Po und Papier“ hinunterzuspülen[s]. Solange sich die Gewohnheiten der Haushalte nicht ändern, wird die Londoner Fettberg-Krise weiter wachsen – und die Kosten werden weiter steigen.



